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Konferenz „Europäische Werte in Russland: Aspekt der Menschenrechte“

November 26

Konferenz „Europäische Werte in Russland: Aspekt der Menschenrechte“

Donnerstag, 26.November, 10.30 – 21.00 (MEZ)

bUm (Paul-Linke-Ufer, 21, 10999, Berlin)

mit dem Livestream

Das Forum russischsprachiger Europäer e.V. (Berlin) und das Menschenrechtszentrum Memorial (Moskau) mit Unterstützung des Auswärtigen Amts organisieren am 26. November in Berlin die Konferenz „Russischsprachige für europäische Werte“. An der Konferenz nehmen namhafte Wissenschaftler, Menschenrechtsaktivisten, Personen des öffentlichen Lebens aus Deutschland, Russland und anderen Ländern teil. Das Schwerpunktthema der Konferenz: Die Situation der Menschenrechte.

Die Veranstaltung ist ausgebucht, eine Anmeldung nur noch auf Warteliste möglich: https://forms.gle/PcuZyBfmksvcKrFGA

Programm der Konferenz
10:30 Eröffnung der Konferenz und runder Tisch „Geschlechterdiskriminierung und staatliche Homophobie in Russland“
• Salina Marschenkulowa, Feministin, Autorin des Telegram-Kanals „Frauenmacht“, Frauenrechtsverteidigerin;
• Dinara Rasuleva, Dichterin, Feministin, Aktivistin;
• Svetlana Shaytanova, Aktivistin, Quarteera e.V., Koordinatorin des Modellprojektes „Разнообразие heißt Vielfalt“ der Akademie Waldschlösschen.

11:45 Begrüßung: Daniel Demele, Referent für zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit mit den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland, Abteilung für Kultur und Kommunikation, Auswärtiges Amt.

12:00 Runder Tisch „Verfolgung wegen religiöser Überzeugungen in Russland“.
• Witalij Ponomarjow, Leiter des Programmes gegen verfälschte Strafverfahren zum islamischen Extremismus, Menschenrechtszentrum Memorial;
• Grigory Mikhnov-Vaitenko, Mitglied des Komitees „Gewissensfreiheit“, Erzbischof (Apostolische Orthodoxe Kirche);
• Alexander Werkhowskij, Leiter des Informations- und Analysezentrums „Sowa“.

13:00 Pause.

13:20 Runder Tisch „Politische Morde in Russland“.
• Wladimir Kara-Mursa, Leiter des Boris Nemtsov Forums für die Freiheit;
• Piotr Wersilow, Künstler, Aktivist, Herausgeber des Medienprojekts „Mediazona“;
• Alexey Gresko, Koordinator des Nawalnys Stab in Jekaterinburg;
• Marina Litwinenko, Witwe des ex-Offiziers des russischen Geheimdienstes FSB.

14:30 Runder Tisch „Meinungsfreiheit im Internet, Demonstrations- und Oppositionsrecht für AktivistInnen in Russland“.
• Sergej Davidis, Menschenrechtszentrum Memorial, Leiter des Programms zur „Unterstützung politischer Gefangener“;
• Jewgenia Chirikova, Ökologin, Bürgerrechtlerin;
• Alexej Koslow, Menschenrechtler;
• Prof. Dr. Andreas Heinemann-Grüder, Politologe, Soziologe, BICC (Bonn International Center for Conversion).

15:30 Pause

16:15 Runder Tisch „Menschenrechte in Tschetschenien und im Nordkaukasus“.
• Dr. Marit Cremer, Soziologin, MEMORIAL Deutschland e.V.;
Wladimir Malykhin, Mitarbeiter des Programms „Hot Spots“, Menschenrechtszentrum Memorial;
Majrbek Taramow, Autor, Menschenrechtler;
Dmitrij Piskunow, Leiter der kaukasischen Abteilung des Komitees gegen Folter.

17:30 Pause.

18.00 Runder Tisch „Menschenrechte auf der Krim und in anderen von Russland kontrollierten ukrainischen Gebieten“.
• Rebecca Harms, Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen)
• Ajder Muzschdabaew, Leiter des ATR-Kanals;
• Emil Kurbedinov, Anwalt der politischen Gefangenen auf der Krim;
• Marina Tscherkas, eine der Leiterinnen der Organisation „Powernennya dodomu, (Heimkehr); Tochter des Gefangenen in den kontrollierten ukrainischen Gebieten.

Moderation: Igor Eidman, Vorstand Forum russischsprachiger Europäer e.V.

Sprachen der Konferenz: Deutsch und Russisch, mit Simultanübersetzung.

Das Projekt wird mit Mittel des Auswärtiges Amt im Rahmen des Programmes „Ausbau der Zusammenarbeit mit der Gesellschaft in den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland“ finanziert.
#CivilSocietyCooperation #Dialog #Menschenrechte

 

Pjotr Wersilow

Geboren 1987. Russischer Aktionskünstler, Verleger und Oppositionsaktivist. Herausgeber des Internet-Mediums „Zona.Media“, Mitglied der Gruppe „Pussy Riot“, bis 2009 – einer der engagiertesten Mitglieder der Künstlergruppe „Wojna“. 2018 wurde Wersilow durch ein unbekanntes Vergiftungsmittel vergiftet.

Alexander Werchowskij

Geboren 1962. Studierte angewandte Mathematik. Ist seit 1987 im Gesellschaftsleben aktiv. 1989-2002 war er einer der Leiter des „Panorama“-Zentrums, seit 2002 ist er Direktor des Zentrums für Information und Analyse „Sowa“ (http://sova-center.ru). Seit 1994 forscht Werchowskij auf Gebieten wie politischer Radikalismus, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit, Religion und Politik, sowie anti-extremistische Politik Russlands. Er ist (Mit)Verfasser von zahlreichen Büchern zu diesen Themen.

Alexej Gres’ko

Seit 2020 ist Alexej Gres’ko Koordinator des Alexej Nawalny-Stabs in Jekaterinburg. Davor war er Restaurantbetreiber, Direktor des „Freelance Cafés“, des Familiencafés „Bamboo“, des Cafés „Traveler’s Coffee“. In einem seiner Lokale hielt 2011 Alexej Nawalny eine Pressekonferenz ab, 2017 stellte er sein Lokal für die Versammlung der freiwilligen Helfer des Alexej Nawalny-Stabs bereit.

Sergej Dawidis

Menschenrechtler, Publizist und Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Geboren im Jahre 1969. Studierte Jura und Soziologie. Mitglied des Rats und Leiter des Programms zur Unterstützung der politischen Häftlinge des Zentrums für Menschenrechte „Memorial“. War einer der Mitbegründer und Leiter der demokratischen Bewegung „Solidarnost“ und der „Partei des 5. Dezember“. Hat mehrmals als Veranstalter (Antragsteller) der Protest- uns Solidaritätsaktionen mit Fokus auf politischen Häftlingen aufgetreten. Kandidierte bei den Wahlen ins Moskauer Stadtparlament und in die Staatsduma (Russisches Parlament).

Wladimir Kara-Mursa

Russischer Politiker, Historiker und Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Studierte Geschichte an der Cambridge University. Seit Beginn der 90er Jahre arbeitete er mit dem russischen Staatsmann Boris Nemtsov zusammen. Jetzt ist er Vorsitzender der Boris Nemtsov Stiftung, Vizepräsident der „Free Russia Foundation“. Wladimir Kara-Mursa war Mitglied beim Koordinationsrat der russischen Opposition, kandidierte bei den Wahlen in die Staatsduma (Russisches Parlament). Arbeitet als Autor mit verschiedenen Print- und Digitalmedien zusammen, verfasst Bücher und macht Filme über die neueste Geschichte Russlands. Sein Werk wurde mit verschiedenen internationalem Preisen ausgezeichnet.

Alexej Koslow

Menschenrechtler, politischer Flüchtling, zivilgesellschaftlicher Aktivist aus Woronezh. 2013 war er gezwungen, Russland zu verlassen – nachdem er und seine Familie anonyme Drohungen erhielten, und der Ermittlungsausschuss der Russischen Föderation im Rahmen des Bolotnaja-Prozesses Interesse an ihm zeigte (Alexej Koslow wurde Vorbereitung und Organisation der Massenunruhen am 6. Mai 2012 vorgeworfen). Leiter der Organisation „Solidarität mit russischer Zivilgesellschaft“, Redakteur des Menschenrechtsportals „article20.org“.

Marit Cremer (Dr. phil.)

Promovierte Soziologin mit den Arbeitsgebieten Biographieforschung, Migrationssoziologie und Kultursoziologie. Sachverständige für Gerichte zum Thema Tschetschenien (Geschichte, Kultur, Religion, Politik) und tschetschenische Diaspora in Deutschland. Referentin zu den Themen Tschetschenien und Tschetschen*innen in Deutschland, Russlanddeutsche Identitäten. Projektleiterin: Junge Tschetschen*innen in Europa.

Emil Kurbedinow

Vor 2014 war Emil Kurbedinow als Menschenrechtler auf der Krim aktiv, nach 2014 befasst er sich mit Strafverfahren in Sachen Terrorismus und Extremismus, sowie Verfahren, die mit der Begrenzung der Versammlungs- und Religionsfreiheit im Zusammenhang stehen. 2017 wurde er mit dem Preis „Front Line Defenders“ in Dublin ausgezeichnet.

Wladimir Malychin

Beschäftigt sich seit 2002 mit der Nordkaukasus-Problematik in Bezug auf Menschenrechtverletzungen. Arbeitete im Zentrum für Menschenrechte „Memorial“ und im digitalen Medium „Caucasian Knot“. Seit 2014 wirkt er beim Programm „Bewaffnete Konflikte“ im „Memorial“ mit.

Salina Marschenkulowa

Journalistin, Verlegerin, Begründerin des News-Aggregators „Breakingmad“ und des Telegram-Kanals „Macht der Frauen“. Arbeitete als Kreativdirektorin für große Marken in verschiedenen internationalen Agenturen, leitete das digitale Marketing im Verlagshaus „Kommersant“.

Grigorij Michnow-Wajtenko

Geboren 1967 in Moskau. Studierte an dem Gerassimow-Institut für Kinematografie, arbeitete seit 1990 beim Fernsehen, 2008 zum Priester der Russisch-Orthodoxe Kirche geweiht. 2015 ging er wegen Meinungsdifferenz zum russisch-ukrainischen Konflikt in die Apostolisch-Orthodoxe Kirche über. Mitglied des Menschenrechtrates von Sankt-Peterburg und des Öffentlichen Ausschusses „Gewissensfreiheit“, Chefredakteur der monatlichen Zeitung „Recht auf Verteidigung“.

Ajdar Muzhdabajew

Journalist. Geboren 1972 in Tambow. 2008-2015 – stellvertretender Chefredakteur bei der Zeitung „Moskowskij Komsomolets“. Ist 2015 in die Ukraine ausgewandert. Stellvertretender Geschäftsführer des krimtatarischen Fernsehsenders „ATR“. Moderator der Sendungen „Krimfrage“ und „Prime: Muzhdabajew“. 2020 wurde Ajdar Muzhdabajew von dem Ermittlungsausschuss der Russischen Föderation wegen der vermeintlichen öffentlichen Aufrufe zum Terrorismus und dessen Rechtfertigung im Internet in absentia angeklagt und zur internationalen Fahndung ausgeschrieben.

Dmitrij Piskunow

Jurist, Menschenrechtler. Ermittelt Folter, Morde und Entführungen, die von den Mitarbeitern der Strafverfolgungsbehörden in den Republiken des Nordkaukasus begangen werden.

Witalij Ponomarjow

Studierte Wirtschaft an der Moskauer Universität. Aktivist der demokratischen Bewegung in den Jahren der Perestrojka unter Michail Gorbatschow. Seit 1999 – Leiter des Programms für Zentralasien des Zentrums für Menschenrechte „Memorial“. Seit 2005 – Leiter des Programms gegen verfälschte Strafverfahren zum islamischen Extremismus. Experte für Zentralasien und islamische Bewegungen in Russland. Seit 2019 – Mitglied der Arbeitsgruppe des russischen Menschenrechtsbeauftragten zur Verbesserung der antiextremistischen Gesetzgebung.

Dinara Rassulewa

Geboren 1987 in Kasan. Studierte Dolmetschen und Sprachwissenschaft. Dichterin und Slammerin, Siegerin zweier russischsprachigen Poetry-Slams in Berlin. Sie schreibt auf Russisch, Tatarisch und Englisch über Gewalt, Genderklischees, Geschlechtergleichberechtigung. Co-Autorin des Projektes „Bipoetry“. Organisatorin von Lesungen und Demonstrationen zur Unterstützung von verschiedenen Aktivisten und Privatpersonen, die durch den Staat in Russland ungerecht verfolgt werden.

Majrbek Taramow

Autor, Menschenrechtler, Vertreter der nicht anerkannten Tschetschenischen Republik Itschkerien in Schweden.

Prof. Dr. Andreas Heinemann-Grüder

Lehrt Politikwissenschaft an der Universität Bonn. Promotion 1989 an der FU Berlin nach einem Forschungsstudium an der Moskauer Lomonossov-Universität (1987/88). 1989-1992: wissenschaftlicher Mitarbeiter am Berghof Institut in Berlin, 1993-96 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt Universität, 1995 Gastprofessur an der Duke University, 1996-99 Associate Professor an der University of Pennsylvania, 1999-2010 und erneut ab 2015 Senior Researcher am Bonn International Centre for Conversion. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Friedens- und Konfliktforschung, auf autoritären politischen Regimen und in der vergleichenden Föderalismusforschung. Heinemann-Grüder ist in der Politikberatung aktiv, u.a. als Mitglied im Beirat zivile Krisenpräventionder Bundesregierung.

Rebecca Harms

Deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen). Sie war von 2004 bis 2019 Mitglied des Europäischen Parlaments (MdEP), war bis 2016 Vorsitzende der Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz (Grüne/EFA) und Vorsitzende der Delegation in der Parlamentarischen Versammlung EURO-NEST. Sie ist Mitglied des Zentrums Liberale Moderne.

Marina Tscherkas

Aktivistin der allukrainischen Bewegung „Rückkehr nach Hause“, die die Familien der Zivilgeiseln in etlichen Regionen der Gebiete Donezk und Luhansk in der Ukraine vereint. Diese Organisation setzt sich für die Befreiung und Rückkehr der Verwandte ihrer Mitglieder aus der Gefangenschaft.

Ewgenija Tschirikowa

Geboren 1976. Öko-Aktivistin, bekannt vor allem als Verteidigerin des Chimkier Waldes in der Nähe von Moskau, wo eine Autobahn von Moskau nach Sankt-Petersburg gebaut werden sollte. Teilnehmerin an Protesten 2011-2012 in Moskau, die die Ergebnisse der Staatsduma-Wahlen bestritten. 2015 startete sie zusammen mit anderen AktvistInnen und JournalistInnen das Portal „activatica.org“. Derzeit organisiert sie Unterstützung für russische Zivilbewegungen. Ihre Tätigkeit wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet.

Swetlana Schajtanowa

Aktivistin des Quarteera e.V., Koordinatorin des Projekts „Rasnoobrasije heißt Vielfalt“ der Akademie Waldschösschen.

Marina Litwinenko

Zivilaktivistin, Witwe des ex-Offiziers des russischen Geheimdienstes FSB, der durch eine Vergiftung mit Polonium gestorben ist. Autorin des Buches „Tod eines Dissidenten“, Mitbegründerin des „Litvinenko Justice Foundation“.

Details

Datum:
November 26
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